Kopfsalat

Entstehung der Gruppe

Hi, ich bin Patrick Baujahr 1987 und Hauptgründer der Selbsthilfegruppe Kopfsalat.

Zusammen mit einer Mitgründerin, die inzwischen nicht mehr hier wohnt, habe ich Ende 2018 diese Gruppe ins Leben gerufen, um uns gegenseitig Unterstützung zu bieten und einen Anlaufpunkt zu haben, mit jungen Menschen in den Austausch zu kommen, die ähnliche Probleme haben. Die Idee ist das wir durch die Gemeinschaft stark genug werden, der Krankheit entgegen zu wirken.

Klinikaufenthalt und Kopfsache in Witten

In der Zeit von Mitte Mai bis Anfang August 2018, mit Unterbrechung, hatte ich einen Aufenthalt in der Fliedner Klinik in Gevelsberg. Es wurde viel darüber gesprochen mir ein Netzwerk mit Kontakten anzulegen, für die Zeit nach der Tagesklinik. Meine Sozialarbeiterin schlug mir eine Gruppe in Witten vor. Zunächst lehnte ich das Angebot dankend ab. Im Verlauf der Therapiezeit bekam ich noch eine Erkältung, die mich zwang, eine mehrwöchige Therapiepause zu machen. Die Symptome ließen schnell nach, doch musste ich noch warten bis ich die Therapie fortführen konnte.

An einem warmen Sommertag, es war ein Freitag, saß ich am Mittagstisch und fing an zu heulen und darüber nachzudenken, wie einsam ich mich in diesem Moment fühlte. Mir fiel ein, dass an diesem Tag ein Spielenachmittag in unserem Ort stattfindet, zu dem ich mich dann auch direkt hinbegab, nur um eine Ablenkung bzw. etwas Gemeinschaft mit anderen Menschen zu haben. Zwar waren das überwiegend ältere Herrschaften, trotzdem hatte ich sehr viel Spaß dabei. Womöglich war das dann auch der Startschuss zu sagen: "Ja ich bin bereit in eine Selbsthilfegruppe zu gehen".

Kaum zurück in der Fliedner Klinik besprach ich die Ereignisse mit dem Team und entschloss mich, der vorgeschlagenen Gruppe eine Chance zu geben. Die Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut, auch wenn sie weiter weg ist und ich auch nicht mehr die Zeit habe dort hin zu gehen, bin ich für jede einzelne Stunde sehr dankbar, die ich dort sein durfte.

Nun, Entfernung ist auch der Grund, weshalb ich mich entschloss, den Schritt zu gehen, eine eigene Selbsthilfegruppe für Junge Erwachsene mit Depression zu gründen. Die vorher besuchte Gruppe wendet sich übrigens auch an die jüngere Generation.

Startschuss im November 2018

Die Gruppe hab ich in Zusammenarbeit mit der KISS Gevelsberg und einer Teilnehmerin aus der Gruppe Kopfsache in Witten ins Leben gerufen. Ich möchte mich an dieser Stelle für die Hilfe, die uns die Mitarbeiterin der KISS entgegengebracht hat, um dies alles zu ermöglichen, sehr bedanken. Sie steht der Gruppe immer mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Name für die Gruppe war am ersten Tag auch schnell gefunden. Nach kurzen Überlegungen hatten wir uns auf den Namen Kopfsalat geeinigt.

Zum Ablauf eines Treffens

Zunächst ist ein kurzes Blitzlicht angedacht, was bedeutet, dass jeder sagt wie es ihm/ihr gerade geht. Manchmal bitte ich auch darum, dieses mit einem Wert von 1 (nicht so gut) bis 10 (sehr gut) zu beziffern, um ein Gefühl für die gesamte Stimmung bei dem Treffen zu bekommen.

Danach hat jeder Zeit die Woche Revue passieren zu lassen und zu berichten, was ihm/ihr alles passiert ist. Meist gibt es bei jedem Menschen etwas worüber wir sprechen und unsere Erfahrungen zu dem Thema miteinbeziehen und so demjenigen direkt oder indirekt helfen können. Allein über das, was mich belastet zu sprechen, hilft mir schon meine Last etwas weniger werden zu lassen. Diese Erfahrung, wirst Du auch immer wieder spüren.

Wenn wir soweit alles besprochen haben, gibt es noch ein schnelles Blitzlicht zum Abschluss des Treffens in dem jeder nochmal kurz sagen kann, wie er es heute fand.

Wenn wir keine Themen finden, werden auch Smalltalks geführt. Ich halte die Atmosphäre relativ locker. Einfach vorbeikommen und mit machen, Du siehst es dann.

Bei uns darfst Du sein, wie Du bist. Wenn die Stimmung in Dir gerade nicht okay ist, dann zeige es bitte und setze keine Maske auf, so wie in der Gesellschaft außerhalb der Gruppe. Nur so haben wir alle die Chance von der Krankheit zu genesen bzw. besser mit ihr umzugehen.

Wir freuen uns auf Dich und Deine Geschichte.